Jenseits meiner historie
Ich komme von weit her, aber nicht um euch neues Wissen zu geben. Ich will die Erfahrung von etwas Unbekanntem mit euch zu teilen: Der Unitären Wahrnehmung.
Ich denke, dass die Unitäre Wahrnehmung das Wichtigste in der gesamten menschlichen Existenz ist.
Ich bitte euch, keine Notizen zu machen, denn das, was ich sage, ist nicht dafür gedacht, dass ihr morgen darüber nachdenkt, sondern dass wir es, jetzt sofort, zusammen und in freundschaftlicher Art und Weise erleben.
Wenn ihr dem Redner in einem Zustand großer Ruhe (als wenn ihr dem Regen zuhörtet) und in freundschaftlicher Art und Weise zuhört, könnt ihr diesen Ort in ein paar Stunden mit einem neuen Geist, einem Geist in Frieden und ohne Wut und Trauer, verlassen.
Das ist meine Absicht und ich hoffe wir haben Glück.
Ich möchte euch eine wahre Geschichte erzählen. Später, falls irgendjemand interessiert ist, möchte ich mit euch sehen, wie diese wahre Geschichte mit dem täglichen Leben jedes Einzelnen von uns verknüpft ist.
Zwischen dem 21. und dem 28. Juni 1986 habe ich eine Erfahrung von Erleuchtung durchlebt.
Der Geist von Rubén (dem Redner) vollendete sich in dieser unvergesslichen Woche.
Ich habe schon bei mehreren Gelegenheiten versucht, diese Tatsache zu beschreiben, aber die Worte waren immer unzureichend. Daher spreche ich immer von „Jenem“, wenn ich über diese Woche der mentalen Vollendung rede.
Ich htte schon im Jahre 1978 zum ersten Mal eine Erfahrung intensiver körperlicher und psychologischer Galvanisierung durchlebt. Auch damals hatte ich mich eins gefühlt mit der ganzen Menschheit – zudem fühlte ich Ordnung, Freude, immense Ruhe und eine ungemeine Energie, die vielleicht die Erfahrung von Liebe – gemäß ihrer Definition nach den Propheten – darstellt.
Aber diese Erfahrung, die sich unter der Kuppel des Frankfurter Flughafens vollzog und bei der ich ebenfalls für mich allein war, hatte nicht mehr als zehn Minuten angedauert. Trotzdem bekräftigte mich ihr unbeschreibliches Wesen beim weiteren Versuch, mein Leben in Unitärer Wahrnehmung zu leben – ein Versuch, der im März 1975 angefangen hatte.
Ich lebte allein in der Wüste von Südkalifornien und es herrschte eine starke Hitze und Helligkeit. Ich war dabei, begeistert meine 20. Tour durch Lateinamerika vorzubereiten, um an Universitäten Reden über die Psychologie des 21. Jahrhunderts zu halten. Ich hatte schon mehrere Bücher über dieses Thema geschrieben. Zum Jahr 1997 habe ich mittlerweile nun schon 36 dieser Touren durch ganz Lateinamerika und die Vereinigten Staaten gemacht.
Am 21. Juni 1986 ging ich wie jeden Abend vor dem Schlafen gehen unter dem Sternenhimmel spazieren. Es muss um etwa 22 Uhr gewesen sein. Wie ich es stetig seit 1975 mache, versuchte ich (in Stille) alles Wahrnehmbare zur gleichen Zeit wahrzunehmen. Diesen Versuch, alles Wahrnehmbare zur gleichen Zeit und in Stille wahrzunehmen, nenne ich Unitäre Wahrnehmung. Als ich aufhörte, jenen über meinem Kopf leuchtenden Stern „Mars“ zu nennen und „Jupiter ist hinter mir im Osten, über dem Horizont“ zu sagen, während ich das Geräusch meiner Schritte und des entfernten nächtlichen Bellens wahrnahm – zur gleichen Zeit und ohne Worte, geschah plötzlich „Jenes“.
Das Leben ist eine Abfolge von Ereignissen und keines davon sollte überbewertet werden. Aber „Jenes“ dauerte etwa sieben Tage lang an und es gibt viele Gründe dafür, es zu erwähnen.
„Jenes“ war die größte und äußerste Erfahrung meines Lebens. Ich verbrachte fast sieben Tage lang mit dem Gefühl einer unfassbaren Energie in meinem Körper. Ich fühlte mich wie ein galvanisierter Forsch, voll von ausgiebiger und sehr intensiver Energie. Und trotzdem war es ein großes Gefühl von Frieden, Ordnung und Freude. Frieden, Ordnung und Freude. Und von dieser Energie, die nicht zu Ende ging. Ich verbrachte drei Tage ohne zu schlafen und fast sieben Tage ohne zu essen, ich trank nur Wasser.
Ich wurde mir bewusst, dass ich eins mit der Menschheit bin, ohne jegliches Gefühl der Getrenntheit. Jene Energie ging nach etwa sieben Tagen schrittweise zurück, aber sie hat mich bis heute, etwa zehn Jahre danach, nie ganz verlassen. Ich bin seitdem durch Indien, Europa, die ganzen USA und Lateinamerika gereist.
Diese Reisen sind keine touristischen Reisen, sondern Reisen, um über dieses Thema zu reden, das mir die wichtigste Tatsache des menschlichen Lebens zu sein scheint.
Als ich diese Erfahrung dem Hüter des Heiligen Grabes zu Jerusalem erzählte, sagte er mir der Heilige Geist hätte mich besucht. In Indien sagten sie mir, dass ich erleuchtet wurde und nun eine enorme Verantwortung für die ganze Menschheit hätte.
Wo ich auch hinging gab es Erfahrungen eines „Gruppengeistes“ (engl.: „group mind“; fälschlich Telepathie genannt), Heilungen und andere psychische Phänomene, die, wie ich später erfuhr, unwichtig sind.
Es fiel mir schwer, mich wieder an das tägliche Leben eines einsamen, lateinamerikanischen Arztes in den Vereinigten Staaten (in der Wüste von Kalifornien) zu gewöhnen.
„Jenes“ war wichtig, da es mich mein eigenes Leben und das menschliche Leben auf eine neue Art und Weise sehen ließ. Die einzige Traurigkeit, die in mir fortbesteht, ist die, die dadurch entsteht klar zu sehen, was der Mensch sein kann (mit „Jenem“) und was er in Wirklichkeit nicht ist.
Ich verstand auch:
- Dass „Jenes“ das Recht jedes Menschen ist. „Jenes“ ist eine Kontingenz (und nicht eine Konsequenz) der Unitären Wahrnehmung. „Jenes“ ist nicht das Ende eines schrittweisen Prozesses und es erfordert auch keine „Initiationen“ oder Spezialkenntnisse.
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Außerdem ist „Jenes“ für jeden Menschen möglich, wenn dieser Mensch konstant, wenn auch nicht permanent, versucht in Unitärer Wahrnehmung zu leben, ohne Anstrengungen und mit einem stillen, aber aufmerksamen Geist. In Unitärer Wahrnehmung gibt es nichts zu erreichen oder zu kontrollieren. Diejenigen, die bestreiten, dass „Jenes“ für alle Menschen ist oder diejenigen, die bekräftigen, dass es sich schrittweise und mit anstrengenden Übungen oder Techniken erreichen lässt, sind nur auf der Suche nach Profit, Prestige oder persönlicher Macht in irgendeiner Organisation der „Auserwählten“. Die Unitäre Wahrnehmung ist eine mentale Verwandlung, aber nicht einfach ideologisch, emotionell oder intellektuell. Die Unitäre Wahrnehmung ist eine vollständige mentale Verwandlung, die ihre Grundlage in der Veränderung der Art und Weise unserer Beobachtung hat. Sie ist nicht von irgendwelchen Diäten, Fasten, Tänzen, Gebeten, außerirdischen oder irdischen Führern, Mantren, Meditationstechniken, Körperhaltungen, Drogen, Kristallen, Pyramiden, Ringen, Alkohol, Glücksbringern oder Gymnastik abhängig. Es handelt sich lediglich darum, auf eine neue Art und Weise und ohne Wörter zu sehen und zu hören (alles zur gleichen Zeit). Das ist sehr einfach, aber die einfachen Sachen gefallen uns nicht. Wir bevorzugen es, über eine komplexe und nutzlose Lüge lange zu spekulieren, anstatt eine einfache Wahrheit zu verstehen.
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Die wichtigste Sache im Leben existiert in dem Leben, wie es der Mensch kennt, nicht. |
- Sowohl der konstante Versuch der Unitären Wahrnehmung, als auch seine Kontingenz, das Erlebnis von „Jenem“, sind Faktoren großer körperlicher Regeneration für den Menschen.
- In Unitärer Wahrnehmung ist es möglich in den zwischenmenschlichen Beziehungen ohne Konflikt (oder vielleicht mit einem Minimum an Konflikt) zu leben. Die Wut und die Traurigkeit sind unnötige Produkte des menschlichen Gehirns. Wir haben es zu Hause, auf der Straße und in der Schule gelernt, jedes Mal, wenn uns etwas nicht gefällt mit Wut und Traurigkeit zu reagieren.
- Ich verstand auch, dass einen die Erfahrung von „Jenem“ sehen lässt, dass alle Menschen eins sind. Dies hört somit auf nur ein Glaube oder eine schöne Idee zu sein. Nun wird es zu einer wirklichen Tatsache.
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Der konstante Versuch, mit dem stillen Geist der Unitären Wahrnehmung zu leben, erweckt schlummernde Hirnfunktionen wie den sogenannten „Gruppengeist“ (engl. „group mind“; fälschlich Telepathie genannt).
Ich habe es nicht gewagt, über diesen sechsten Punkt zu reden, bis ich mehrere Dialoge mit dem Physiker David Bohm (Mitarbeiter von Albert Einstein in der Universität Princeton, USA und später Professor für Theoretische Physik an der Universität London) unterhielt. Professor Bohm kannte das, was ich in den ersten 5 Punkten beschrieb, durch eigene Erfahrung und gab mir die anfängliche Sprache, um über den „Gruppengeist“ zu sprechen. Aber seit ich selbst diese Erfahrung gemacht habe, poliere ich diese anfängliche Sprache weiter. Ich hatte aufgrund meiner Angst vor Hohn und Verachtung nicht gewagt, über den Gruppengeist zu sprechen. Professor Bohm stellte mir Karl Pribram, Hirnforscher an der Universität Stanford in Kalifornien, USA, vor. Pribram sagte mir: „Ich entdeckte das holographische und holonomische Paradigma des menschlichen Gedächtnisses erst dann, als ich aufhörte Angst davor zu haben, dumm zu erscheinen.“ Als ich selbst die Angst verlor, begann ich meine eigenen Entdeckungen zu machen. - Trotz alledem ist die Erfahrung des Gruppengeistes (welcher eine wirkliche, aber durch die menschliche Kultur verachtete, Tatsache ist) nicht das Wichtige, denn sie ist auch eine Kontingenz (keine Konsequenz) der Unitären Wahrnehmung.
- Nach gründlichem Sinnieren über diese ersten sieben Punkte bin ich zu der Einsicht gekommen, dass die Unitäre Wahrnehmung die wichtigste Tatsache des menschlichen Erlebens, und zudem die Grundlage jedes konstruktiven Tuns ist.
Wenn man über die Unitäre Wahrnehmung spricht, muss man erwähnen, dass an die Unitäre Wahrnehmung zu denken, nicht die Unitäre Wahrnehmung ist. Die Unitäre Wahrnehmung mit anderen, bekannten Realitäten zu vergleichen ist nicht Unitäre Wahrnehmung. Zu vergleichen ist sehr notwendig, um handeln und vorausschauen zu können, aber sobald wir anfangen zu vergleichen, hören wir auf in Unitärer Wahrnehmung zu sein.
Die Unitäre Wahrnehmung ist eine globale Psychotransformation, die das Potenzial hat, die Gesamtheit der Bewegung des Kosmos, in der Bewegung von hier nach hier, aufzuspüren.
Diese holokinetische Bewegung umfasst die persönliche und kollektive Geschichte, aber geht doch viel weiter als die Geschichte, bis hinein in die Beziehung (in Kommunion), die es nur im Hier und Jetzt geben kann.
Außerdem öffnet sie das individuelle Bewusstsein dem Bewusstsein des Kosmos, in Form einer Erfahrung, die der Redner selbst erlebt hat und „Jenes“ nennt. Die Unitäre Wahrnehmung ist die Enge Pforte, durch die „Jenes“ zu einem kommen kann. „Jenes“ kann nicht erreicht werden, aber es kann sich in Unitärer Wahrnehmung ereignen.
Es ist notwendig die Unitäre Wahrnehmung zu beschreiben, nachdem man sie erlebt hat. Wir sind daran gewöhnt uns mit schnellen intellektuellen Definitionen oder sogar bloßen Vergleichen zwischen bekannten Tatsachen zufrieden zu geben.
- Leider ist die Unitäre Wahrnehmung eine auf dem ganzen Planeten aus der Kultur und der Bildung ausgeschlossene Tatsache. Die Unitäre Wahrnehmung ist ein neuer Geist, ein Geist großer Energie und großen Friedens, ein Geist, der keine Feinde erfindet, um Waffen zu verkaufen. Die Unitäre Wahrnehmung ist eine neue Art und Weise zu leben, sie ist keine bloße Übung oder Technik, so wie die Übungen und Techniken, die im sogenannten „spirituellen oder metaphysischen“ Supermarkt verkauft werden. Die Unitäre Wahrnehmung kann die Grundlage einer neuen Psychotherapie sein, in der man jetzt sofort in das Unbekannte eintritt, das heißt eine Psychotherapie, die nicht auf der Erinnerung, dem Wissen, auf Übungen oder speziellen Techniken basiert, sondern darauf, in Stille und jetzt sofort alles Wahrnehmbare zur gleichen Zeit wahrzunehmen.
- In den letzten 20 Jahren bin ich in der ganzen Welt herumgereist, um über diese zehn Punkte zu sprechen und erforschende Gruppen zu starten, um gemeinsam zu entdecken, was die Unitäre Wahrnehmung ist und was nicht.
Diese erforschenden Gruppen können die „Feste der Stille“ mit einschließen, wie es 1987 an der Autonomen Universität von Niederkalifornien in Mexiko (UABC) mit 47 Personen der Fall war. Diese Treffen können uns in geistige Dimensionen bringen, die wir uns nicht vorstellen können, die man nicht beschreiben kann und die der Beginn einer völlig neuen Bildung und sozialen Kultur sein können.
In diesen erforschenden Gruppen, zusammengesetzt aus ernsthaften und aufrichtigen Leuten, werden wir eine neue Sichtweise der ganzen Realität haben, indem wir von Tatsache zu Tatsache gehen, ab jetzt sofort, ohne Hoffnung und ohne Skeptizismus, einfach indem wir feststellen, dass das, was ich sage die Wahrheit ist und die Möglichkeiten des Menschen lange nicht ausgeschöpft sind und wir sie uns heute nicht einmal vorstellen können. Und noch weniger werden wir sie mit irgendetwas Bekanntem vergleichen können.
In diesen Gruppen muss eine einfache, aber polierte Sprache benutzt werden. Die ursprüngliche Bedeutung der Wörter absolut, Tempel, Gehorsam (Obedienz), Disziplin, Konstanz und Eintracht (lat: concordia) u.a. muss wiedergefunden werden.
Zum Beispiel „Obedienz“ (Gehorsam), was ursprünglich „Öffnung der Wahrnehmung“ bedeutete und nicht „sich an bekannte Formeln anzupassen, egal ob eigene oder fremde“.
Außerdem gibt es zwei Arten von Stille: die erste Stille beruht darauf, zu schweigen, also nichts zu sagen. Aber es gibt auch eine zweite, vibrierende Stille, in der man nicht nur nicht redet, sondern nicht einmal daran denkt zu reden, sich es nicht einmal vorstellt. In dieser zweiten Stille der Unitären Wahrnehmung, und nur in dieser, ist es möglich ein sehr intensives Leben und eine viel tiefgründigere Beziehung zwischen den Menschen zu entdecken.
Wir fliehen vor der Stille, als wäre sie etwas Schreckliches. Wir glauben die Stille sei etwas Trauriges, weil wir das wahre Leben, dass in der zweiten Stille der Unitären Wahrnehmung existiert, noch nicht erforscht haben.
Ich betone, dass ich euch keine Technik oder Übung vorschlage, die wir jetzt machen und dann beim Verlassen des Raumes durch diese Tür wieder vergessen. Ich schlage euch vor, ein anderes, ein wahrhaftes Leben zu beginnen, in Unitärer Wahrnehmung. Dafür braucht man Konstanz und Disziplin. Nicht die militärische Disziplin, die darin besteht, Befehle von anderen zu akzeptieren. Ich beziehe mich auf die natürliche Disziplin, die darin besteht, unsere Energien nicht zu verschwenden und unsere Gesundheit zu hüten. Den grundlegenden Sachen: gut zu schlafen, nicht zu viel zu essen, kein Fernsehen zu schauen, kein Alkohol zu trinken, sich nicht mit Drogen und Tabak zu vergiften und die Beziehung zu seinen Freunden ernst zu nehmen, nicht um zusammen zur Party zu gehen, sondern um sich gegenseitig zu helfen in Unitärer Wahrnehmung zu leben.
Ohne Energie können wir nicht aufmerksam sein – in Unitärer Wahrnehmung müssen wir auf die Energie des Körpers achtgeben. Man muss die Beziehungen zwischen Mann und Frau ernst nehmen, nicht um Kinder zu haben und diese dann später im Stich zu lassen, sondern damit Mann und Frau liebevoll zusammenleben, freudvoll miteinander reden und in Ruhe, ohne die Stille zu fürchten, sich gegenseitig dabei helfen, in Unitärer Wahrnehmung zu leben.
All jene, die den Wunsch haben Teil dieser erforschenden Gruppen zu werden, lassen mir am Ende dieses Treffens bitte ihren Namen, ihre Adresse und ihre Telefonnummer zukommen.
Mit einer Gruppe von Freunden in Mexiko habe ich vor, ein Internationales Zentrum Höherer Studien in Unitärer Wahrnehmung zu gründen, dass den Namen „Neues Leben“ erhalten wird. Dieses wird ein Zentrum sein, um von Grund auf zu untersuchen, was die Unitäre Wahrnehmung ist. „Neues Leben“ wird der Internationalen Akademie der Wissenschaften, Republik San Marino angegliedert sein.
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In welche Richtung muss man gehen, um hier anzukommen? |
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Wie viel Zeit braucht es, um jetzt anzufangen, aufmerksam und ruhig zu sein? |
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Wie viele Worte braucht es, bevor man anfängt in kompletter Stille zu hören? |
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Die Konstanz im Versuch ohne Anstrengung in Unitärer Wahrnehmung zu leben kann uns dazu führen die zweite Stille der Unitären Wahrnehmung zu entdecken, welche die unbekannte (fälschlich auch geheim, heilig und okkult genannte) Dimension ist, in der das wahre Leben existiert. |
DAS GEHIRN IST MEHR ALS NUR ERINNERUNG
Einführung in den Dialog
(Zweiter Teil)
In der puren Beobachtung ist die Zeit irrelevant und der Raum eins. In der puren Beobachtung der Unitären Wahrnehmung gibt es keinen Vergleich und das, was man sein kann, ist man auch. Das bedeutet nicht, dass man akzeptieren sollte, ein Sklave der Unternehmen, der Banken oder des Polizeistaates zu sein.
Aber diese komplexe biologische Apparatur namens „Gehirn“, die Energie ansammelt und verwandelt, erfindet mit dem Denken den Beobachter und das Beobachtete (als wären sie getrennt voneinander) und verzerrt somit die Beobachtung.
Ich nenne diese Trennung zwischen dem Beobachter und dem Beobachteten den „horizontalen Konflikt“, da sie die Grundlage jeden Konfliktes darstellt.
Die pure Beobachtung der Unitären Wahrnehmung ist der Kontakt mit den „Energien“, die den Organismus (innerhalb der irrelevanten Zeit) erreichen oder verlassen. Wenn wir von „vielen Energien“ reden, machen wir Zugeständnisse an die trennende Wahrnehmung, die ihre Wurzeln im Denken hat. Dieses kann funktional und nützlich sein, um zu verstehen, zu handeln und vorauszuschauen, aber in Wirklichkeit gibt es nur eine Energie.
Das Denken verzerrt die Beobachtung, in dem es den horizontalen Konflikt und die absolute Zeit erfindet. Der horizontale Konflikt ist der Glaube, dass der Beobachter von all dem, was er „innerlich“ (z.B. „die Traurigkeit“) und „äußerlich“ (z.B. „den Mond“) beobachtet, getrennt sei.
Wenn in der puren Beobachtung der Unitären Wahrnehmung die Verbindung mit der Energie (Gravitation, Licht, Hitze, Ton) hergestellt ist, alles zur gleichen Zeit, dann löst sich die Sprache („innerlich-äußerlich“, „Osten-Westen“, „Norden-Süden“, etc.), genauso wie das Konzept der absoluten Zeit, auf.
Daher sagen wir, dass in der puren Beobachtung der Unitären Wahrnehmung der Raum eins und die Zeit irrelevant ist, es keinen Vergleich gibt und das Paradox auf einem tiefgründigeren Niveau als dem des konzeptuellen Denkens verstanden wird.
Man weiß seit 1924, dass ein Elektron sich zur gleichen Zeit (irrelevante Zeit) sowohl wie ein Teilchen als auch als wie eine Welle verhält. Einige Pioniere der Physik und der Psychologie haben die Funktionen des menschlichen Nervensystems neu interpretiert:
a) als Art und Weisen mit Teilchen Kontakt herzustellen oder
b) als Art und Weisen mit energetischen Wellen Kontakt herzustellen.
Das bedeutet, dass jetzt zwei Art und Weisen existieren, mit der Realität (mit anderen Menschen, mit dieser Einführung, etc.) Kontakt herzustellen. Eine ist die fragmentarische Wahrnehmung und die andere ist die sogenannte Unitäre Wahrnehmung.
- Die fragmentarische Wahrnehmung stellt Kontakt her mit Teilchen, Massen, Formen, „Identitäten“, „Ichs“, mit der in Angst, Wut und Traurigkeit unterschiedenen Emotion (ohne zu sehen, dass alle drei eins sind), mit Glauben, Ideologien, der absoluten Zeit, dem getrennten Raum, dem Vergleich und mit Paradoxen.
Diese Art von Wahrnehmung (gleichbedeutend mit dem Denken) ist notwendig um zu interpretieren, zu handeln, vorauszuschauen und zu planen, sie ist für durchschnittlich etwa 30 Minuten pro Tag funktionell. Für den Rest der Zeit ist diese eine nutzlose Art der Wahrnehmung, die die Verzerrung und den Konflikt in den menschlichen Beziehungen begünstigt. Die Intelligenz muss einschreiten, um für die Unitäre Wahrnehmung Platz zu machen, sobald die fragmentarische Wahrnehmung ihre Funktion erfüllt hat.
- Die Unitäre Wahrnehmungist der Kontakt zur Realität in Form von Energie. In der Unitären Wahrnehmung sind Sprache und Denken sekundär und irrelevant (auch wenn sie ihre Funktion haben). Wenn Sprache und Denken existieren, kann es keine Unitäre Wahrnehmung geben, wenn allerdings die Unitäre Wahrnehmung existiert, kann es funktionale Sprache und Denken geben (muss aber nicht).
Alles was wir kennen ist Erinnerung, Sprache und Denken. Alles was wir kennen ist das Bekannte. In Unitärer Wahrnehmung „betreten“ wir das Unbekannte, jetzt sofort.
Dies bedeutet, dass ich euch entweder als etwas sehen kann, was ich schon kenne (und euch somit sehr wenig Aufmerksamkeit schenken werde) oder als etwas, was ich überhaupt nicht kenne (was bedeutet, dass ich euch mit meiner ganzen Leidenschaft und meinem ganzen Interesse anschauen und euch zuhören muss).
David Bohm erschuf das Konzept der „Holokinese“ (Holobewegung), nachdem er das Universum als ein gigantisches multidimensionales Hologramm interpretiert hatte. Es ist wichtig und notwendig, die Grundlagen des Hologramms und der Holokinese zu kennen (siehe mein Buch „El Nuevo Paradigma en Psicología“, zu deutsch: „Das neue Paradigma in Psychologie“). Im (unbegrenzten) Raum verwandelt sich die ganze Energie stetig, jetzt und zur gleichen Zeit in Masse und andersherum.
Auf einer psychologischen Ebene interpretiert man die Masse in fragmentarischer Wahrnehmung als „getrennte Körper“, was eine fundamentale Verzerrung und die Grundlage des horizontalen Konfliktes ist.
Dieser horizontale Konflikt ist die Grundlage jeden Konfliktes. Nur in Unitärer Wahrnehmung ist es möglich die Gesamtheit des Prozesses, der zugleich universal und psychologisch ist, zu verstehen.
Es gibt nichts, das eine getrennte Existenz hätte, denn alles ist Masse und Energie. Außerdem wird die Masse zu Energie (und andersherum), jetzt, zur gleichen Zeit und stetig im ganzen Universum.
Der Geist und der Körper des Menschen sind das Zwischenglied eines Kontinuums zwischen Materie und Energie.
Geist, Körper, Materie und Energie stellen, gemäß David Bohm, eine Einheit in der expliziten Ordnung der Holokinese dar.
Diese Einsicht eröffnet heutzutage unfassbare Möglichkeiten für die Medizin, die Psychiatrie, die Bildung und den Rest der menschlichen Aktivitäten.
Wenn wir das Universum in Unitärer Wahrnehmung sehen wird die Zeit irrelevant. Die Zukunft ist jetzt. Die Vergangenheit ist jetzt. Und die Zukunft ist eine Projektion der Vergangenheit, in einer Art von Wahrnehmung, die man „fragmentarisch“ nennen muss. In Unitärer Wahrnehmung existiert nur das Jetzt. Im Jetzt nimmt man (in Unitärer Wahrnehmung) alle Geräusche, und zur gleichen Zeit alles sichtbare Licht im gesamten Blickfeld sowie die Gravitation, in Form von Gewicht unter den Füßen, wahr. In Unitärer Wahrnehmung werden das Gewicht, das Licht und das Geräusch jetzt und zur gleichen Zeit, ohne Sprache wahrgenommen.
Seid ihr dabei es zu machen? Bitte seht selbst was passiert, wenn ihr es macht! Dies ist keine geniale Idee, an die ihr später denken könnt. Dies ist eine Realität im Jetzt. Macht es!
In dieser Dimension der vibrierenden geistigen Stille ist eine viel tiefgründigere Verbindung zwischen den Menschen möglich, die weiter geht als die wechselseitige Produktion und Projektion von Bildern. „Ich bin katholisch, du bist Moslem“, „ich bin Kanadier, du bist Mexikaner“, „wir sind dies und sie sind jenes“. Diese Art wahrzunehmen führt dazu, dass jeder Mensch potenziell Feind von sich selbst und den anderen wird.
Unserer „Strukturierung“ der Realität liegen fragmentarische Wahrnehmungen derselben zu Grunde. Wenn die Zeit irrelevant ist, hört die bloße Idee von „vergangenen Ursachen“ auf. David Bohm sagte:„das einzige, was sein kann, ist das, was [jetzt] ist“. Das, was man sein wird, basiert auf dem was man ist. Wenn wir nicht schon jetzt in Frieden leben, können wir nicht hoffen in der Zukunft den geistigen Frieden zu spüren. Die Art und Weise wie wir denken gründet sich auf einer fragmentarischen Wahrnehmung der Realität. Wenn ich sage: „Ich werde mich selbst kontrollieren und schrittweise den Frieden erreichen“, schiebe ich die psychologische Transformation, die nur im Jetzt erfolgen kann, auf.
Das Denken basiert auf unserer fragmentarischen Wahrnehmung und alles was wir kennen ist das rationale und irrationale Denken. Kennen wir irgendetwas anderes als Denken, Erinnerung und Sprache? Nichts! Deswegen haben wir so viele Probleme! Deswegen brauchen wir die Unitäre Wahrnehmung, bevor es für die Menschheit zu spät ist.
Ich habe schon gesagt, dass das Denken die Unitäre Wahrnehmung nicht erschaffen kann, aber die Unitäre Wahrnehmung das Denken umfasst. Das Denken erschafft Spaltungen zwischen den Menschen: schwarz/weiß, Russen/Amerikaner, Katholiken/Protestanten, usw. Das Denken teilt den Raum auf (innen-außen, oben-unten, Osten-Westen). Aber„fragmentieren“ bedeutet etwas noch Tiefgreifenderes und Gravierenderes.
Ich kann die Kühe von den Bullen trennen und sie dann wieder zusammenbringen, aber ich fragmentiere die Kuh, wenn ich sie in Stücke teile, die sich nicht mehr zu einer Kuh zusammensetzen lassen.
Außer Trennungen zu erschaffen, wo es sie nicht gibt, fragmentiert das Denken auch das Leben und die Dinge auf eine Art und Weise, die sie inkohärent und sogar unhaltbar machen. Das Denken hat eine unhaltbare (nicht nachhaltige) planetarische Gesellschaft erschaffen, die sich auf dem endlosen und schnellen Profit, dem permanenten Wachstum und dem fragmentarischen Denken gründet, ohne die Gesamtheit zu sehen.
Bevor man zu lernen beginnt, in angemessener Weise darüber nachzudenken, was das Denken und seine Verzerrungen und Inkohärenzen, seine Fähigkeit, Feinde zu erschaffen etc. sind, ist es sehr wichtig zu verstehen, was die Unitäre Wahrnehmung ist und was nicht.
An erster Stelle müssen wir, wenn wir die Inkohärenzen unserer Art und Weise zu denken in uns selbst aufspüren wollen, aufhören das Denken als das Wichtigste im Menschen überzubewerten. Wir haben den Menschen als das denkende Tier (oder das sprechende Tier) definiert. Wir müssen begreifen, dass diese Definition unvollständig und fragmentarisch ist.
Die Unitäre Wahrnehmung des Denkens beinhaltet sich über die täglich in der Natur des uns bekannten Denkens vorkommenden Inkohärenzen und Verzerrungen bewusst zu werden.
Die Unitäre Wahrnehmung bringt Kohärenz in das Denken, etwas, an das wir nicht gewöhnt sind. Wir vermeiden die Kohärenz des Denkens, auch wenn das uns dazu bringt, unsere Intelligenz und Wahrnehmung in jedem Augenblick unseres Daseins zu beleidigen.
Wir leugnen, dass wir in unserem Leben die Intelligenz täglich beleidigen. Dies geschieht in unserem Verhalten, in unseren Worten, Taten und Beziehungen. Daher ist es möglich, eine Weltwirtschaft aufrechtzuerhalten, die auf dem Kauf und Verkauf von Waffen basiert. Deswegen basiert unser tägliches Leben auf dem Krieg. Und das ist bereits in den letzten 30000 Jahren so gewesen.
Kein Ausmaß an Denken (Wissenschaft, Ideologie, Glaube, Dogma, Philosophie oder Metaphysik) hat dieses Problem gelöst. Unser tägliches Leben basiert auf Krieg.
Aus diesem Grunde ist es dringendst, anzufangen in Unitärer Wahrnehmung zu leben. Aus diesem Grunde ist es dringendst, miteinander darüber zu reden, was die Unitäre Wahrnehmung ist und was nicht. Wenn die Menschheit ohne Unitäre Wahrnehmung weiterlebt kann sie als Art in weniger als 100 Jahren verschwinden.
Ein neuer Aspekt des Geistes wird entdeckt.
Seit den 1970er Jahren entwickelt sich eine wahrhafte technologische und wissenschaftliche Revolution, ausgehend von der Entdeckung des Hologramms. In Wirklichkeit liegen ihre Wurzeln in der Differential- und Integralrechnung (um 1680) von Gottfried Wilhelm Leibniz, der auch das Konzept der „Monade“ (die Einheit, die die Information des ganzen Universums enthält) geprägt hat.
300 Jahre später, um das Jahr 1986 herum, vollendet Prof. David Bohm, der mit Albert Einstein an der Universität Princeton (USA) zusammengearbeitet hatte, die Beschreibung seines Konzeptes der Holokinese (Holobewegung). Schon vorher hatte Karl Pribram das holographische Paradigma des menschlichen Gedächtnisses beschrieben.
Der Redner stand mit beiden seit Juni 1978 in Kontakt. Diese Kontakte und der mit dem indischen Lehrer Jiddu Krishnamurti in dessen letzten elf Lebensjahren ermöglichten mir die Bestätigung (in meiner eigenen Erfahrung im Jahr 1986) dessen, dass es einen Aspekt des menschlichen Geistes gibt, der nie in der Psychologie studiert wurde.
Bis zu diesem Tag hatte man den Geist lediglich als diejenige Eigenschaft erfasst, die in lebenden Organismen als das Ergebnis ihrer Interaktion mit der Umgebung entsteht. Dies ist der Aspekt des Geistes, zu dem die Erinnerung (Gedächtnis), das Denken, das Wort, das Bild, die Emotion, sowie die vegetative viszerale und sexuelle Aktivität zählen. Diesen Aspekt nenne ich den META-Prozess (Mnemonisch, Eidetisch, Thymisch, Autonom), einen Prozess, der sich immer in der absoluten Zeit bewegt, von hier nach dort und von jetzt bis dann.
Im Juni 1986 bestätigte ich in mir selbst, dass es einen Aspekt des Geistes gibt, der Ausdruck der universellen Energie, jenseits des Gedächtnisses, ist. Diesen Aspekt nenne ich die Unitäre Wahrnehmung, einen Prozess, der nicht in der Zeit stattfindet. In Unitärer Wahrnehmung ist die Zeit irrelevant. Die Unitäre Wahrnehmung findet nur in der unmittelbaren Gegenwart, jetzt sofort, statt. Die Unitäre Wahrnehmung kann den META-Prozess umfassen, aber das Gegenteil ist nicht der Fall.
In Unitärer Wahrnehmung endet die Gier nach schnellem und permanentem Profit. In Unitärer Wahrnehmung endet auch die Sklaverei, denn man verliert die Angst vor der Freiheit.
Ich glaube, dass die Entkräftung der Unitären Wahrnehmung die Verschlimmerung aller menschlichen Probleme in den letzten 30000 Jahren beschleunigt hat. Außerdem glaube ich, dass das Betonen der Unitären Wahrnehmung in allen menschlichen Aktivitäten der Einflussfaktor ist, der das Verschwinden der menschlichen Spezies vor dem Jahre 2100 verhindern kann.
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