Einführung in die Unitäre Wahrnehmung

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Machen wir es jetzt gerade?

Das Bedauernswerte ist, dass die Menschheit es in ihrer Mehrzahl bevorzugt in der vom eigenen Denken oder dem Denken anderer erfundenen Realität zu leben.

Es gibt einen großen Appetit auf Abstraktionen und philosophische, ideologische, literarische und metaphysische Erzählungen, der uns daran hindert das wahre Leben der Unitären Wahrnehmung zu leben.

Wir ziehen es vor "ich bin glücklich" zu sagen (eine bloße Erfindung des Denkens, die durch das unbewusste und inkohärente Gedächtnis aufrechterhalten wird), anstatt wirklich in der Unitären Wahrnehmung zu leben.

Die Unitäre Wahrnehmung ist die einzige Art und Weise, in dem, was man macht, glücklich zu sein und lieben zu können – ohne Konflikt und ohne die Erwartung, geliebt zu werden.

Ein anderes Beispiel wäre Maria, die sagt: "Ich bin die Ehefrau von Karl". Auch das ist eine durch das Denken (Marias) erfundene Realität (kollektives Denken). Aber damit Maria und Karl eine wirkliche Beziehung in der unmittelbaren Gegenwart haben ist es unumgänglich, dass beide zur gleichen Zeit in Unitärer Wahrnehmung leben.

Die wahre Beziehung findet nur in der unmittelbaren Gegenwart und in Unitärer Wahrnehmung statt.

Wir müssen aufhören, uns das Leben vorzustellen und anfangen, wirklich zu leben, jetzt.

Wenn wir uns fragen, warum die Menschen nicht in ökonomischer Gleichheit leben und warum Kriege nach 5000 Jahren geschriebener Geschichte noch nicht aufgehört haben, so haben wir nun die Antwort: die Menschheit hat ihr Gehirn nicht in seiner Gesamtheit benutzt.

"Das, was sieht, ist alles was es gibt"und in dieser Grenzenlosigkeit existieren die Liebe und das Glück.

Wir könnten sagen, dass "das, was sieht" das universelle Bewusstsein ist.

Das universelle Bewusstsein sieht mich durch Ihre Augen (wenn Sie mich anschauen).

Das Denken erfindet parallele, partielle, bruchstückhafte Realitäten, die weit entfernt sind von dem, was sieht.

Das, was sieht, hat nichts mit dem "Ich" zu tun, das durch das individuelle und kollektive Denken erfunden wird und unseren eigenen Namen trägt.

Das "Ich" sieht nicht, denn das "Ich" führt keine Handlung aus. Wir sagen: ich "atme". Das ist nicht wahr – das "Ich" atmet nicht, die Atmung geschieht einfach. Wir sagen: ich "schlafe". Auch dem ist nicht so – das "Ich" schläft nicht, der Schlaf geschieht einfach. Es existiert auch Schlaflosigkeit (Insomnie) und willentlich zu schlafen ist nicht möglich. Wir sagen: ich "wachse". Auch das ist nicht korrekt.

Deswegen ist das, was wichtig ist, nicht sich selbst zu kennen, sondern sich selbst darüber bewusst zu werden, dass das, was sieht, verdeckt ist durch die Bilder, Symbole und Worte, die das Denken erfindet.

 Objeto desconocido Objeto desconocidoEine wiederentdeckte Gehirnfunktion:

Atmen und Schlafen sind (unbewusst funktionierende) Gehirnfunktionen. Das bedeutet, dass sie keine Produkte des menschlichen Denkens sind.

Auch die Unitäre Wahrnehmung ist eine (bewusste) Gehirnfunktion, die nicht durch das Denken erfunden ist.

Die Grundlage jeder Handlung:

Es ist möglich in Unitärer Wahrnehmung zu reden, zu laufen, zu duschen, zu arbeiten, zu schweigen und zu entspannen.

Daher sagen wir, dass die Unitäre Wahrnehmung die Grundlage jeder menschlichen Handlung sein kann, wenn man konstant versucht, in ihr zu leben (d.h. wenn die Unitäre Wahrnehmung eine Lebensweise ist).

Die Unitäre Wahrnehmung wird folgendermaßen definiert: „Sich allem Wahrnehmbaren gewahr sein, zur gleichen Zeit, jetzt, ohne das, was wahrgenommen wird, zu benennen, ohne zu vergleichen und ohne Anstrengung“.

In dieser Definition der Unitären Wahrnehmung haben wir mindestens vier Elemente.

1) Gewahr sein (engl. „being aware“) impliziert die Tatsache, sich etwas bewusst zu sein. Sogar die Inhalte des Unterbewusstseins gehen durch das Bewusstsein. Aber nur in Unitärer Wahrnehmung werden wir uns den Inhalten des Unterbewusstseins bewusst, denn diese liefert den notwendigen Frieden ohne Dualität und ohne Wahl. Das ist der Frieden, der es uns erlaubt Dinge im Geist wahrzunehmen, wie sie wirklich sind, ohne die Intention sie zu verändern.

2) Alles Wahrnehmbare bedeutet, dass wir uns nicht (nur) etwas bewusst sind, sondern allem, das das Feld unserer Wahrnehmung kreuzt. Zum Beispiel hören wir nicht nur die Vögel singen, wenn wir durch einen Wald laufen, sondern alle Geräusche, die unser Gehör (durch das Gehirn selbst) erreichen.

3) Zur gleichen Zeit impliziert, dass es notwendig ist, alles Wahrnehmbare zur gleichen Zeit wahrzunehmen, wenn wir wollen, dass das Gehirn als eine Einheit operiert und sein maximales Potential ausdrückt. Dafür ist keinerlei Anstrengung nötig. Es handelt sich um eine Art zu leben.

Gravitation (Gewicht), Geräusche und das visuelle Feld können zur gleichen Zeit wahrgenommen werden, in Stille und Frieden.

4) Jetzt weist auf den einzigen Zeitpunkt hin, in dem die Unitäre Wahrnehmung möglich ist. Der tiefe Frieden, der durch die Unitäre Wahrnehmung hervorgerufen wird, ist die notwendige psychologische Mutation. Dann haben wir eine Art zu leben, zu sehen und zu hören, die wir nicht kennen. Die Worte, die die Tatsache des Sehens und Hörens interpretieren, verhindern das Sehen und Hören in dieser neuen Art: zur gleichen Zeit.

Eine nie da gewesene Wissenschaft:

Das 20. Jahrhundert beginnt mit der Veröffentlichung der Relativitätstheorie von Einstein im Jahre 1905. Dies erschüttert die wissenschaftliche Welt.

De Broglie spricht 1922 vom quantischen Paradoxum. Das Elektron ist Partikel und Welle zugleich.

In den 50er Jahren erscheint das Hologramm, eine photographische Technologie, in der sich die Relativität von Raum-Zeit bestätigt.

Das führt zum Erscheinen des holographischen (oder holonomischen) Gedächtnisses in der Neurologie, geprägt durch Karl Pribram.

Das Gedächtnis befindet sich demnach im ganzen Gehirn und nicht in einem bestimmten, als "Engramm" bezeichneten Gehirnzentrum.

Auch in der Physik kommt es in der Folge zur Veröffentlichung von David Bohms Theorie der Holokinese (das Hologramm im Kosmos – in Bewegung – und nicht mehr fest in der Ebene).

Die Holokinese (Holobewegung), so sagt Bohm, ist die Bewegung, die im ganzen Kosmos von hier nach hier auftritt, zwischen der expliziten Ordnung der Materie-Geist-Energie und der impliziten Ordnung (hier) in der Materie-Geist-Energie.

Zum ersten Mal in der geschriebenen Geschichte, versteht man die Schöpfung nun auf eine wissenschaftliche Art und Weise.

Mit all dem verändern sich die Darstellungen von Materie, Geist und Energie. Der Geist kann nun als das (universelle) Zwischenglied zwischen der universellen Materie und der universellen Energie begriffen werden. Der Geist ist genau so universell wie Licht (Energie) und Natrium (Materie).

So verändert sich auch der Begriff der Bewegung, die nun sowohl von hier nach dort, als auch von hier nach hier existiert, wie im Jahr 1986 durch David Bohm mathematisch ausformuliert wird. Dies ist das Paradox der Bewegung von David Bohm.

Das ist dasselbe wie wenn eine Familie zehn Jahre lang mit einem Elefanten im Esszimmer gewohnt hätte, ohne dass sich jemand dessen bewusst war. Plötzlich spricht ein Kind der Familie (wie David Bohm) diese Tatsache an – aber nicht alle in der Familie wollen sie wahrhaben. Mit all dem verändert sich das Verständnis der Zeit, die nun, wie es David Bohm entdeckt, auch irrelevant ist, zusätzlich zu ihren Eigenschaften als absolut (gemäß Newton) und relativ (gemäß Einstein). Dies zwingt uns zu einem radikalen Wandel der Sprache in der (nun zum ersten Mal wissenschaftlichen) Psychologie. Damit wiederum verändert sich die Epistemologie. Damit ändert sich auch die Hermeneutik. Und all das verpflichtet uns dazu, diese Sprache nicht mit der Sprache der vorherigen Psychologien (vor der Holokinetischen Psychologie) zu vermischen.

Neue Definition von "Geist" (engl. "mind"):

Das Wort "Geist" muss neu definiert werden.

Jetzt ist der Geist nicht mehr nur das Resultat der Interaktion zwischen dem Beobachter und seiner Umgebung (vom Mutterbauch bis zum Tod).

Er ist auch Unitäre Wahrnehmung, das heißt der bewusste Kontakt des Gehirns mit der Energie der Holokinese.

Sigmund Freud beschrieb den epigenetischen Geist. Nun muss man den Geist als genetisch, homöostatisch, perinatal, epigenetisch und holokinetisch beschreiben.

Und jener holokinetische Geist ist die Unitäre Wahrnehmung.

Nun sprechen wir in wissenschaftlicher Psychologie von zwei mentalen Ordnungen (implizit und explizit) sowie von drei mentalen Bereiche (C, B und A).

Die implizite Ordnung ist nicht das Unbewusste.

Das Denken ist zu 99% unbewusst und inkohärent, wie das Gedächtnis und das "Ich".

Die Unitäre Wahrnehmung ist allerdings nur im Wachzustand bewusst.

Zudem ist sie Teil des Schlafstadiums S-4 (NREM-4).

 Objeto desconocidoProf. David Bohm schrieb im Jahre 1984 eine Einführung für mein zweites Buch „La Percepción Unitaria“ (deutsch: „Die Unitäre Wahrnehmung“).

Dieses war ein sehr unruhiges Jahr in meinem persönlichen Leben und so vergaß ich schließlich die Einführung. Das Buch wurde ohne sie publiziert.

Anfang des Jahres 2000, 16 Jahre später, entdeckte mein Freund Luis Córdova die fünfseitige Einführung wieder. Sie endet so:

"Als ich begann in neuen Bereichen zu forschen, arbeitete ich mit Albert Einstein zusammen und traf Jiddu Krishnamurti. Ich fungierte als Dekan der Oberschule, die er in Brockwood Park, nahe London, gründete.

Ich begann die Vorgänge des Geistes selbst zu beobachten und nicht nur die Welt der Natur.

In Wirklichkeit müssen wir weiter gehen als der Bereich der Quantenphysik oder sogar als das wissenschaftliche Denken insgesamt, hin zu den grundlegenderen Fragen darüber, was den Prozess des Denkens ausmacht.

Ich begriff die Arten und Weisen, in denen das fragmentäre Denken sich formt, und die fast nicht wahrnehmbare Tendenz zu glauben, dass diese Divisionen mit der wirklichen Struktur der Realität übereinstimmen.

Meine Arbeit ist ein neuer Ausgangspunkt für ein wirkliches Studium der Beziehung zwischen Bewusstsein und Denken.

Das Erscheinen der Literatur von Rubén Feldman-González stellt eine Innovation und einen Durchbruch auf dem Feld der Psychologie dar. Seine Arbeit handelt von der impliziten und der expliziten Ordnung der Realität und von deren Verbindung zur Psychotherapie, zur Bildung und zu menschlichen Beziehungen im Allgemeinen.

David Bohm – 1984

Die notwendige Illusion des "Ichs":

Das Denken erfindet das "Ich", um dem Gedächtnis Kontinuität zu verleihen.

Das "Ich", genauso wie das Denken und das Gedächtnis, aus denen es stammt, ist zum größten Teil unbewusst und inkohärent.

Im unbewussten Teil des "Ichs" lauern der Mörder und der Selbstmörder, wie man in meinem Artikel "El Pensamiento Asesino" (deutsch: "Das mörderische Denken") sieht. www.percepcionunitaria.org

Mit dem Auftauchen des "Ichs" entsteht der Ursprung jeden Konfliktes.

Wir nennen dies den "horizontalen Konflikt" und definieren diesen als den Glauben, dass der Beobachter vom Beobachteten getrennt sei.

Das "Ich" kann uns dazu führen den immensen Fehler zu begehen, zu glauben, dass die Unitäre Wahrnehmung lediglich ein weiteres Stück Wissen ist. So "verschluckt" dann der Bereich C den Bereich B und das wirkliche Erleben der Unitären Wahrnehmung wird unmöglich. Das geschieht leider (dafür, dass es eine so vertraute Sache für das zentrale Nervensystem ist) sehr häufig, sogar nach der Teilnahme an einem Seminar über die Unitäre Wahrnehmung oder dem Lesen der empfohlenen Literatur.